Campingausrüstung für Anfänger: Komplette Checkliste 2026

Campingausrüstung für Anfänger umfasst alle essenziellen Ausrüstungsgegenstände, die für eine sichere, komfortable erste Übernachtung in der Natur notwendig sind – vom Zelt über Schlafsack und Isomatte bis hin zu Kocher, Rucksack und Beleuchtung. Wer zum ersten Mal campen geht, steht vor einer verwirrenden Auswahl. Dieser Guide hilft, das wirklich Wichtige vom Überflüssigen zu trennen – und vor teuren Anfängerfehlern zu schützen.

Kurz zusammengefasst

  • Einsteiger brauchen keine professionelle Expedition-Ausrüstung – solides Basisequipment reicht für den Start.
  • Die fünf Kernstücke: Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, Rucksack.
  • Budget ab ca. 200–350 € für brauchbare Einsteigerausrüstung realistisch einplanen.
  • Qualität bei Schlafsack und Isomatte nicht unterschätzen – Schlafmangel ruiniert jede Tour.
  • Gebraucht kaufen lohnt sich – mit Ausnahmen (Helm, Erste Hilfe, Gasbrenner).
Wichtiger Hinweis: Temperaturangaben bei Schlafsäcken folgen der EN 13537-Norm. Die „Komfort“-Temperatur gilt für Frauen, der „Grenzwert“ für Männer – wer friert, sollte immer mindestens die Komfort-Angabe wählen und nicht am Schlafsack sparen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zelt: Kuppelzelt, 2–3 Personen, doppelwandig, ab ca. 80 €
  • Schlafsack: Kunstfaser, Komforttemperatur +5°C für Sommer/Herbst
  • Isomatte: Selbstaufblasend oder Schaumstoff, R-Wert min. 2,0
  • Kocher: Schraubgaskocher + einfaches Alu-Kochgeschirr
  • Rucksack: 50–65 Liter, guter Hüftgurt, angepasstes Tragesystem
  • Stirnlampe: Pflicht – Campinglaterne optional
„Der häufigste Fehler, den ich bei Anfängern sehe: Sie kaufen ein zu kleines Zelt, um Gewicht zu sparen – und bereuen es spätestens am zweiten Regentag, wenn alles Gepäck mit ihnen auf zwei Quadratmetern hockt. Komfort kostet ein bisschen mehr. Aber er entscheidet, ob man das Camping liebt oder hasst.“
Markus Erlenbach
Outdoor-Ausrüster und Tourguide aus dem Allgäu. Führt seit über 12 Jahren Einsteiger-Gruppen durch Bayern und Österreich. Kein Profi-Athlet – aber jemand, der wirklich weiß, was im Wald funktioniert.

Was gehört zur Campingausrüstung für Anfänger?

Zur Basisausrüstung gehören: Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher mit Kochgeschirr, Rucksack, Stirnlampe, Kleidung nach Zwiebelprinzip und ein kleines Erste-Hilfe-Set.

Wer zum ersten Mal eine Packliste zusammenstellt, wird schnell überwältigt. Auf Outdoor-Foren kursieren Listen mit über 80 Artikeln. Die Wahrheit ist pragmatischer: Für ein erstes Campingwochenende auf einem Campingplatz braucht man deutlich weniger als gedacht. Der Unterschied zwischen angenehm und elend schläft sich in der Kombination aus Schlafsack und Isomatte – alles andere lässt sich improvisieren.

Für Trekking und Wildcamping gelten andere Regeln – dort zählt jedes Gramm, und Navigation sowie Notfallausrüstung rücken stärker in den Vordergrund. Anfänger sollten aber zunächst mit dem Campingplatz starten und die Ausrüstung schrittweise aufbauen.

Welches Zelt ist für Camping-Anfänger am besten geeignet?

Ein doppelwandiges Kuppelzelt für 2–3 Personen ist die beste Wahl: robust, schnell aufgebaut, windfest und günstig erhältlich.

Worauf muss ich beim Zeltkauf als Einsteiger achten?

Die wichtigsten Kriterien: Wassersäule mindestens 2000 mm (besser 3000 mm), vernähte und abgedichtete Nähte, ein eingenähter Zeltboden sowie ein Vorzelt (Apside) für Gepäck und nasse Schuhe. Zelte ohne Doppelwand kondensieren innen stark – das führt zu feuchten Schlafsäcken und kalten Nächten.

Die Aufbauzeit spielt gerade für Anfänger eine unterschätzte Rolle. Wer nach einer langen Anreise im Dunkeln das Zelt aufbauen muss, ist froh über ein System mit farbcodierten Stangen und einer klaren Anleitung. Einige Modelle wie das Coleman Darwin oder das Vango Blade eignen sich hier besonders gut.

Wie viele Personen sollte mein erstes Zelt aufnehmen können?

Faustformel: immer eine Person mehr kaufen als tatsächlich schlafen werden. Ein 2-Personen-Zelt für eine Person ist angenehm. Zwei Personen im 2-Personen-Zelt ist möglich – aber mit Gepäck wird es schnell klaustrophobisch. Ein 3-Personen-Zelt bietet zwei Campern echte Lebensqualität, kostet kaum mehr und wiegt oft nur wenig zusätzlich.

Welche Zeltform eignet sich am besten für Anfänger?

Das Kuppelzelt (Geodätzelt) dominiert den Einsteiger-Markt aus gutem Grund: Es steht auch ohne Heringe frei, ist windstabil und bietet auf kleiner Bodenfläche vergleichsweise viel Kopffreiheit. Tunnelzelte sind leichter, brauchen aber gespannte Abspannleinen – für Anfänger ohne Erfahrung im Aufbau weniger ideal.

Welcher Schlafsack ist für Anfänger der richtige?

Für den Sommer empfiehlt sich ein Kunstfaser-Schlafsack mit Komforttemperatur um +5°C – günstig, pflegeleicht und auch bei Feuchtigkeit noch wärmend.

Was bedeutet die Temperaturangabe bei Schlafsäcken?

Schlafsäcke werden nach der europäischen Norm EN 13537 getestet. Es gibt drei relevante Werte: die Komforttemperatur (für Frauen, normales Wärmeempfinden), den Grenzwert (Männer, eingerollt) und den Extremwert (Überlebenstemperatur – kein Komfort). Wer unsicher ist, sollte immer nach der Komforttemperatur kaufen und nicht nach dem aufgedruckten Marketing-Versprechen. Ein Schlafsack mit „geeignet bis -5°C“ klingt gut – schläft sich aber für viele Menschen schon bei 0°C unangenehm kalt.

Sind Kunstfaser- oder Daunenschlafsäcke für Einsteiger besser?

Kunstfaserschlafsäcke sind feuchtigkeitsresistenter, günstiger (ab ca. 40–80 €) und einfacher zu waschen. Daunenschlafsäcke sind wärmer bei weniger Gewicht – aber deutlich teurer und verlieren bei Nässe massiv an Isolationswirkung. Für Einsteiger ist Kunstfaser die klügere Wahl. Wer häufig in feuchten Regionen oder bei wechselhaftem Wetter campt, wird die Robustheit von Kunstfaser schnell schätzen lernen.

Brauche ich als Camping-Anfänger eine Isomatte oder Luftmatratze?

Ja – und das ist kein Luxus, sondern Pflicht. Ohne Isolationsschicht zwischen Körper und Boden verliert man enorm viel Körperwärme, egal wie warm der Schlafsack ist.

Welche Isomatte bietet den besten Komfort für Einsteiger?

Selbstaufblasende Isomatten (z.B. Therm-a-Rest Trail Scout oder günstigere Alternativen von Decathlon) kombinieren gute Isolierung mit angenehmer Polsterung. Sie kosten zwischen 40 und 100 € und sind für Campingplatz-Camping das beste Kompromissprodukt. Reine Schaumstoffmatten sind unschlagbar günstig und leicht, aber unbequemer. Aufblasbare Luftmatratzen ohne Schaumkern isolieren kaum und sind bei niedrigen Temperaturen gefährlich ungeeignet.

Was ist der R-Wert bei Isomatten und warum ist er wichtig?

Der R-Wert (Resistance Value) misst den Wärmewiderstand einer Matte gegen den Kältedurchgang vom Boden. Für Sommercamping reicht ein R-Wert von 1,5–2,5. Herbst und Frühling verlangen R 3–4. Wintercamping erfordert Werte über R 4 – oft durch Kombination zweier Matten. Anfänger, die nur im Sommer campen, können mit günstigen Einsteigermatten (R 2,0) gut starten.

Expert Insight: Viele Einsteiger kaufen eine teure Luftmatratze aus dem Haushaltsbereich – die kommt zwar bequem, isoliert aber so gut wie gar nicht. Wer dann bei 10°C Außentemperatur schläft, friert von unten durch, egal welchen Schlafsack er besitzt. R-Wert schlägt Komfort-Optik.
LESETIPP:  Camping-Messen in Deutschland: Ein Überblick über die wichtigsten Veranstaltungen

Welcher Campingkocher eignet sich für Anfänger?

Ein Schraubgaskocher mit Stechkartusche ist unkompliziert, günstig und auf jedem Campingplatz einsetzbar – ideal für den Einstieg.

Was ist besser: Gaskocher oder Spirituskocher für Einsteiger?

Gaskocher (Butan/Propan-Kartuschen) sind die unkompliziertere Wahl: Sie zünden schnell, regulieren die Flamme gut und sind sauber im Umgang. Spirituskocher wie der klassische Trangia sind nahezu unzerstörbar und windfest – aber langsamer und weniger regelbar. Für den Campingplatz gewinnt der Gaskocher, für lange Trekking-Touren in alpinem Gelände punktet der Trangia durch Zuverlässigkeit in jedem Wetter.

Welches Camping-Kochgeschirr brauchen Anfänger wirklich?

Ein einfaches Aluminium- oder Titanset mit einem Topf (1,5 Liter) und einem Deckel, der gleichzeitig als Pfanne dient, reicht für Solo-Camping vollkommen. Für zwei Personen empfiehlt sich ein Set mit zwei Töpfen und einem kleinen Gaskocher als Kombination. Teller, Besteck und Tasse nicht vergessen – aber auch hier: leichtes Campingbesteck aus Kunststoff oder Titan schlägt schweres Metallgeschirr aus dem Küchenschrank.

Welcher Rucksack ist für Camping-Anfänger ideal?

Für ein Campingwochenende ist ein 50–65-Liter-Trekkingrucksack mit gut gepolstertem Hüftgurt und verstellbarem Rückensystem die richtige Größe.

Wie viel Liter Volumen sollte mein Camping-Rucksack haben?

Viele Anfänger merken erst am zweiten Tourentag, wie belastend ein zu schwerer Rucksack wirklich wird. 50–65 Liter ermöglichen es, alle Ausrüstung unterzubringen, ohne zum Überpacken zu verleiten. Unter 40 Litern wird es für mehrtägige Touren mit Zelt und Schlafsack schnell eng. Über 70 Liter verführen dazu, zu viel mitzunehmen – was Gewicht und Komfort kostet.

Worauf muss ich bei der Rucksack-Passform achten?

Der Hüftgurt trägt im Idealfall 70–80 % des Gewichts. Deshalb ist die Passform entscheidend: Rückenlänge und Hüftgurt müssen zum eigenen Körper passen – nicht zum Durchschnitt. Viele Outdoor-Fachhändler bieten kostenlose Anpassungsberatung an. Wer einen Rucksack online kauft, sollte ihn zu Hause mit 10 kg befüllt ausprobieren und bei schlechter Passform zurücksenden.

Welche Beleuchtung brauche ich beim Camping als Anfänger?

Eine Stirnlampe ist Pflicht – sie lässt beide Hände frei. Eine Campinglaterne ist komfortabel für das Zelt oder den Tisch, aber kein Muss.

Sind Stirnlampen oder Campinglaternen praktischer?

Stirnlampen wie die Modelle von Black Diamond oder Petzl ab 25 € sind das wichtigste Beleuchtungsgerät im Camping. Nachts zum Sanitärgebäude, Kochen bei Dämmerung, Zeltstangen suchen – das alles klappt nur mit freien Händen. Eine zusätzliche Campinglaterne schafft angenehme Atmosphäre am Abend, ist aber optional. Wer ein Solarpanel dabei hat, kann eine aufladbare LED-Laterne nutzen und spart sich Batterien.

Welche Kleidung gehört zur Camping-Grundausstattung?

Funktionskleidung nach dem Zwiebelprinzip: Basisschicht (feuchtigkeitstransportierend), Mittellage (isolierend), Außenlage (wind- und wasserdicht).

Was ist das Zwiebelprinzip beim Camping?

Das Zwiebelprinzip beschreibt ein dreischichtiges Kleidungssystem, das flexibel auf wechselnde Wetterbedingungen reagiert. Die erste Schicht (Merino-Wolle oder Funktionskunstfaser) transportiert Schweiß vom Körper weg. Die zweite Schicht (Fleece oder Daunejacke) isoliert. Die dritte Schicht (Hardshelljacke) schützt vor Wind und Regen. Lagen können nach Bedarf hinzugefügt oder abgenommen werden.

Brauche ich spezielle Outdoor-Kleidung oder reicht normale Kleidung?

Baumwollkleidung ist beim Camping tatsächlich problematisch: Sie saugt Feuchtigkeit auf, trocknet langsam und kühlt stark aus. Für den Sommer auf einem Campingplatz reicht normale Sportkleidung aus Polyester. Wer aber wandert, kletternd unterwegs ist oder bei wechselhaftem Wetter campt, sollte in Funktionsmaterial investieren – das muss keine Markenware sein. Decathlon-Eigenmarken wie Quechua bieten vernünftige Qualität zu fairen Preisen.

Welche Hygieneartikel sind beim Camping unverzichtbar?

Zahnbürste, Zahnpasta, biologisch abbaubare Seife, Mikrofaserhandtuch, Toilettenpapier und Desinfektionsmittel bilden das Mindestset.

Auf Campingplätzen sind Sanitäranlagen Standard. Trotzdem lohnt sich ein kompaktes Hygiene-Bag: Das Mikrofaserhandtuch trocknet schnell und nimmt kaum Platz weg. Biologisch abbaubare Seife ist auf Campingplätzen mit Naturkläranlage und beim Wildcamping Pflicht. Wer sich für Wildcamping interessiert, sollte zudem ein kleines Kammgrabewerkzeug (Kelle) und Hygienebeutel für die Entsorgung einplanen.

Was gehört in die Camping-Erste-Hilfe-Ausrüstung?

Ein kompaktes Erste-Hilfe-Set mit Pflastern, Verbandsmaterial, Zeckenzange, Schmerzmitteln und persönlichen Medikamenten ist unverzichtbar.

Fertige Erste-Hilfe-Sets für Outdoor-Aktivitäten gibt es ab ca. 15–25 €. Wichtig: Persönliche Medikamente (Allergie, Asthma, etc.) immer mitführen und separat beschriften. Eine Zeckenzange ist besonders in waldreichen Regionen unverzichtbar – Zecken sind in Deutschland von März bis Oktober aktiv. Rettungsfolie und ein kleines Multitool runden das Set sinnvoll ab.

Welche Ausrüstung brauche ich je nach Jahreszeit?

Jahreszeit Schlafsack (Komfort) Isomatte R-Wert Zelt Besonderheiten
Sommer +10°C bis +15°C R 1,5–2,0 Doppelwandig, belüftet Mückenschutz, Sonnenschutz
Frühling/Herbst +0°C bis +5°C R 2,5–3,5 Sturmsicher, Apside Regenausrüstung, wärmere Lagen
Winter -10°C oder kälter R 4,0+ 4-Saison-Zelt Für Anfänger nicht empfohlen

Ist Wintercamping für Anfänger geeignet?

Ehrliche Antwort: nein. Wintercamping stellt hohe Anforderungen an Ausrüstung und Erfahrung. Die notwendige Ausrüstung – 4-Saison-Zelt, Expeditionsschlafsack, isolierte Kleidung, Schneeanker – kostet schnell über 1.000 €. Wer winter-fit werden will, sollte zunächst mit Herbst-Touren beginnen und schrittweise an tiefere Temperaturen heranführen.

Wie viel kostet Campingausrüstung für Anfänger mindestens?

Ein solides Einsteiger-Setup kostet ca. 200–350 € – wer clever kauft (Decathlon, gebraucht, Saisonschluss), kommt auch mit unter 200 € weg.

Wo kann ich günstige Campingausrüstung für Einsteiger kaufen?

Decathlon (Quechua-Eigenmarke) bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im unteren Segment. Für etwas mehr Budget sind Tatonka, Deuter und Nordisk empfehlenswert. Online-Plattformen wie eBay Kleinanzeigen oder Vinted bieten oft fast neuwertige Ausrüstung von Einsteigern, die das Camping nicht fortgesetzt haben. Sportfachhändler wie Bergfreunde oder Globetrotter haben regelmäßig Saisonschlussverkäufe mit Rabatten bis 50 %.

Sollte ich als Anfänger Markenausrüstung oder No-Name-Produkte kaufen?

Der Mittelweg ist sinnvoll. Bei Schlafsack, Isomatte und Rucksack zahlt sich Markenqualität aus – die Konsequenzen von Billigprodukten spürt man in der ersten Nacht. Bei Kochgeschirr, Campingbesteck und Kleinzubehör können günstige Produkte problemlos mithalten. Absolute No-Name-Zelte unter 30 € halten selten dem ersten stärkeren Regen stand.

LESETIPP:  Wohnmobil Stellplatz finden: Der komplette Guide 2026

Kann ich Campingausrüstung auch gebraucht kaufen?

Ja – mit Einschränkungen. Gebraucht kaufen lohnt sich besonders bei Rucksäcken, Kochgeschirr, Campingstühlen und Zubehör. Nicht gebraucht kaufen sollte man Helme (Klettern/Klettersteig), Erste-Hilfe-Material mit abgelaufenem Verfallsdatum sowie Gaskocher und Kartuschen mit fragwürdiger Herkunft. Schlafsäcke und Isomatten gebraucht kaufen ist möglich, wenn der Zustand geprüft und die Füllung noch intakt ist.

Was ist der Unterschied zwischen Campingplatz- und Trekking-Ausrüstung?

Campingplatz-Ausrüstung darf schwerer und komfortabler sein. Trekking-Ausrüstung priorisiert Gewicht und Packmaß über alles andere.

Auf dem Campingplatz muss man die Ausrüstung meist nur vom Auto zum Stellplatz tragen. Gewicht ist hier kaum relevant – ein größeres Zelt, eine komfortablere Luftmatratze und ein vollständiges Kochset sind völlig in Ordnung. Beim Trekking oder Wildcamping, wo alles auf dem Rücken wandert, entscheidet jedes Gramm. Dort sind ultraleichte Zelte, komprimierbare Daunen-Schlafsäcke und Titankocher sinnvoller.

Welche Ausrüstung kann man sich als Anfänger sparen?

Auf GPS-Geräte, Solarladestationen, schwere Campingstühle und teure Filterflaschen kann man beim ersten Mal problemlos verzichten.

Die Outdoor-Industrie ist meisterhaft darin, Begeisterung in überambitionierte Einkaufskörbe zu verwandeln. Für den Start reichen Smartphone-Navigation und Papierausdruck. Wasserfilter sind auf deutschen Campingplätzen überflüssig. Ein leichtes Sitzpolster schlägt jeden teuren Campingstuhl. Anfänger sollten erst ein paar Touren absolvieren, bevor sie in Spezialausrüstung investieren.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Auswahl von Camping-Anfängerausrüstung?

Die häufigsten Fehler lassen sich klar benennen:

  1. a) Zelt zu klein kaufen – klingt leicht und günstig, wird schnell beengend.
  2. b) Schlafsack zu dünn wählen – kalte Nächte vergisst man nicht.
  3. c) Billigisomatte kaufen – Kälteschutz von unten wird systematisch unterschätzt.
  4. d) Keine Regenkleidung einpacken – Wettervorhersagen liegen öfter daneben als gedacht.
  5. e) Zu viel mitnehmen – ein voller 80-Liter-Rucksack auf dem ersten Trekking ist eine nackte Qual.

Wie packe ich meine Campingausrüstung richtig?

Schwere Gegenstände nah am Rücken und auf Hüfthöhe packen, Zelt und Schlafsack unten oder außen befestigen, häufig benötigte Dinge in die Deckeltasche.

Ein falsch gepackter Rucksack zieht den Körper nach hinten und belastet die Wirbelsäule unnötig. Faustregel: Schwer und kompakt (Wasser, Kocher, Konserven) zwischen Rücken und Rucksackzentrum. Mittelleichtes (Kleidung, Schlafsack) um die schwere Zone herum. Leichtes (Jacke, Klopapier, Snacks) nach oben. Regenschutz und Erste Hilfe immer zuoberst oder in einer Außentasche.

Wie pflege und lagere ich meine Campingausrüstung richtig?

Zelt immer trocken lagern, Schlafsack unverpresst aufbewahren, Isomatte aufgerollt oder flach – nie dauerhaft aufgeblasen. Kocher von Gasen trennen.

Ein Schlafsack, der dauerhaft in seinem Kompressionssack verbleibt, verliert über Zeit an Isolationswirkung – sowohl Daunen als auch Kunstfaserfüllung leiden unter dem permanenten Druck. Die beste Aufbewahrung ist ein großer, luftdurchlässiger Baumwollsack oder hängend im Schrank. Zelte nach jeder Tour abtrocknen und nie feucht einlagern – das führt schnell zu Schimmel und Materialschäden an der Beschichtung.

Sollte ich meine Ausrüstung vor der ersten Tour testen?

Ja – unbedingt. Ein Probeaufbau des Zelts im Garten und eine Probennacht zu Hause ersparen böse Überraschungen im Wald.

Das klingt banal, ist aber einer der praktischsten Ratschläge überhaupt. Wer sein Zelt zum ersten Mal auf einem echten Campingplatz aufbaut, braucht im Schnitt doppelt so lange wie geübt. Wer seinen Schlafsack erst in einer kalten Nacht testet, merkt zu spät, dass er zu dünn ist. Viele Outdoor-Händler bieten außerdem Miet- und Testtage für Ausrüstung an – eine gute Möglichkeit, bevor man investiert.

Welche Campingausrüstung ist 2027 besonders empfehlenswert für Anfänger?

2027 punkten besonders leichte Hybridmaterialien, kompakte All-in-one-Kochsysteme und App-gestützte Navigationslösungen im Einsteigersegment.

Die Entwicklung im Outdoor-Bereich läuft klar in Richtung leichter, nachhaltiger Materialien zu erschwinglicheren Preisen. Recycelte Kunstfaserfüllungen in Schlafsäcken haben Qualitätslücken gegenüber Neuware weitgehend geschlossen. Kompakte Gaskocher-Topf-Kombinationen (wie das Jetboil-Prinzip) werden günstiger und sind auch im Einsteigersegment verfügbar. Solide Einsteigerwahl 2027: Quechua MH100 Zelt, Schlafsäcke von Nordisk im Einstiegssegment, Trailrunning-Rucksäcke von Salomon für leichte Trekking-Ausrüstung.

Häufige Fragen zur Campingausrüstung für Anfänger

Wie viel Geld sollte ich für meine erste Campingausrüstung ausgeben?

Ein funktionales Einsteiger-Setup kostet realistisch zwischen 200 und 350 €. Wer Decathlon-Eigenmarken nutzt oder gebraucht kauft, kommt auch mit unter 200 € gut aus.

Welches Zelt eignet sich am besten für das erste Camping?

Ein doppelwandiges Kuppelzelt mit 3000 mm Wassersäule und Apside ist ideal. Für zwei Personen mindestens ein 3-Personen-Modell kaufen – das spart Nerven bei schlechtem Wetter.

Kann ich beim ersten Camping auf teure Markenausrüstung verzichten?

Bei Kleinzubehör und Kochgeschirr ja. Bei Schlafsack, Isomatte und Rucksack lohnt sich mittlere Qualität – Billigprodukte rächen sich in der ersten Nacht durch schlechten Schlaf.

Ist Wildcamping in Deutschland für Anfänger erlaubt?

In den meisten Bundesländern ist Wildcamping ohne Genehmigung verboten. Ausnahmen gelten in Mecklenburg-Vorpommern (an bestimmten Gewässern) und in manchen Nationalparks mit Biwakplätzen. Immer vorab prüfen.

Welche Ausrüstung sollte ich beim Camping nicht gebraucht kaufen?

Kletterhelme, Sicherungsmaterial und Erste-Hilfe-Kits mit abgelaufenen Mitteln sollte man nie gebraucht kaufen. Auch Gaskocher unbekannter Herkunft oder ohne Originalkartusche sind ein Sicherheitsrisiko.

Campingausrüstung für Anfänger muss kein Vermögen kosten und kein Fulll-Expedition-Setup sein. Wer auf die fünf Kernstücke – Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, Rucksack – achtet und dabei Qualität vor Quantität stellt, hat alles, was für einen gelungenen Einstieg nötig ist. Die beste Ausrüstung ist die, mit der man überhaupt erst losfährt. Danach entwickelt jeder Camper sein eigenes Gespür dafür, was ihm wirklich fehlt – und was er gerne wieder zu Hause gelassen hätte.

Ähnliche Artikel

- Werbung -

Neueste Artikel