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Die Blauzungenkrankheit (BTV-3), eine gefährliche Viruserkrankung für Schafe, Ziegen und Rinder, breitet sich nach Angaben des niedersächsischen Agrarministeriums dramatisch schnell aus. Am 25. Oktober 2023 wurde der erste Fall in Niedersachsen im Landkreis Ammerland registriert. Mittlerweile sind in Niedersachsen 1005 Fälle bekannt, und die Krankheit hat sich auf ganz Deutschland ausgebreitet.
Schwere Auswirkungen in betroffenen Regionen
Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen, wo seit 2023 in 2005 Betrieben Fälle von Blauzungenkrankheit gemeldet wurden. Niedersachsen folgt mit 903 betroffenen Betrieben. Bundesweit sind seit Herbst 2023 bereits 3279 Betriebe von der Krankheit betroffen.
Symptome und Gefahren der Blauzungenkrankheit
Die Blauzungenkrankheit verursacht bei den betroffenen Tieren schwere Symptome. Rinder leiden unter Entzündungen und Ablösungen der Schleimhäute, während Schafe häufig Fieber, Apathie und Absonderung von der Herde zeigen. Weitere Symptome sind Schwellungen der Maulschleimhäute, Schaumbildung vor dem Maul sowie Schwellungen von Zunge und Hals. Die Krankheit trägt ihren Namen, weil die Zungen der erkrankten Tiere manchmal eine bläuliche Färbung annehmen.
Im schlimmsten Fall kann die Infektion zum Tod der Tiere führen. Angesichts der hohen Infektionsrate appelliert Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte an alle Tierhalter, ihre Tiere impfen zu lassen. „Die Impfung schützt gut vor einer Erkrankung und erspart den Tieren unnötiges Leid,“ so Staudte. Die Kosten für die Impfung seien im Vergleich zu den wirtschaftlichen Verlusten, die durch ein Ausbruchsgeschehen entstehen könnten, gering.
Keine Gefahr für den Menschen
Für Menschen ist die Blauzungenkrankheit nicht gefährlich. Der Umgang mit infizierten Tieren oder der Verzehr von Fleisch und Milch ist nach Angaben der Behörden unbedenklich. Neben Schafen, Ziegen und Rindern können sich auch Tiere wie Alpakas, Lamas sowie Rehe und Damwild infizieren.
Gründe für die rasche Verbreitung
Die Verbreitung der Blauzungenkrankheit wird durch eine bestimmte Art blutsaugender Mücken, sogenannte Gnitzen, verursacht. Diese Mücken sind bei feucht-warmem Wetter besonders aktiv, was in den vergangenen Wochen zu einer schnellen Ausbreitung der Krankheit geführt hat. „Diese Krankheit wird grassieren, solange es warm bleibt,“ befürchtet Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.
Schmücker kritisiert, dass die finanzielle Unterstützung für die Impfung nicht ausreichend sei. Der Zuschuss von drei Euro pro Impfung durch die Tierseuchenkasse decke nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten, die ein Tierarzt für die Impfung verlangt. Er befürchtet, dass die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit viele Betriebe zur Aufgabe zwingen könnte, insbesondere solche, die bereits durch die Ausbreitung von Wölfen Verluste hinnehmen mussten.
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