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Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa hat im ersten Halbjahr 2024 einen Betriebsverlust von 442 Millionen Euro verzeichnet, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Im Vergleich dazu erzielte Lufthansa im ersten Halbjahr 2023 noch einen Gewinn von 118 Millionen Euro. Dieser drastische Rückgang hat die Fluggesellschaft dazu veranlasst, ein umfassendes „Turnaround-Programm“ zu initiieren, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren und die Marke zu stärken.
Verlagerung von Kurzstreckenflügen an Partner-Airlines
Ein zentraler Bestandteil der neuen Strategie ist die Verlagerung von Kurzstreckenflügen an andere Airlines, darunter die Lufthansa-eigenen Töchter Lufthansa City Airlines und Discover sowie an externe Partner. Lufthansa-Chef Jens Ritter betonte im Gespräch mit dem „Handelsblatt“, dass Lufthansa Airlines als führende Premium-Airline in Europa etabliert werden soll.
Ziel ist es, die Flotte von Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen, die für die Kernmarke im Einsatz sind, bis 2027/2028 auf 250 Maschinen zu erhöhen. Dabei sollen 40 Prozent dieser Flüge von Drittanbietern durchgeführt werden. Wichtig ist laut Ritter, dass der Premiumanspruch der Lufthansa-Kernmarke erhalten bleibt, wobei die charakteristischen deutschen Werte wie Sicherheit, Vertrauen, Professionalität, Zuverlässigkeit, Leidenschaft und Qualität nicht beeinträchtigt werden sollen.
Wirtschaftliche Herausforderungen und steigende Kosten
Die wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich Lufthansa stellen muss, sind erheblich. Laut dem „Handelsblatt“ sind die Kosten pro geflogenem Sitz und Kilometer um 22,5 Prozent im Vergleich zu 2019 gestiegen, während der Umsatz pro Sitz und Kilometer lediglich um 15,9 Prozent zunahm. Diese Diskrepanz belastet die Rentabilität des Unternehmens erheblich.
Zudem bezifferte Finanzchef Jörg Beißel die Einmalkosten, die durch Streiks zu Jahresbeginn entstanden sind, auf 150 Millionen Euro. Hinzu kommen Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Flugzeuge wie der Boeing 787 „Dreamliner“, was die Effizienz der Crews beeinträchtigt und zusätzliche Kosten verursacht.
Ambitionierte Ziele und neue Partnerschaften
Trotz der Herausforderungen bleibt Lufthansa optimistisch. Ritter kündigte an, dass Lufthansa Airlines noch im laufenden Jahr eine schwarze Null erreichen will und mittelfristig eine Ergebnismarge von acht Prozent anstrebt. Teil der Strategie ist es, die Anzahl der Flugbetriebe für die Kernmarke zu reduzieren und gleichzeitig die Partner wie Flughäfen stärker in die Pflicht zu nehmen. „Wir erwarten auch von unseren Partnern einen Beitrag zu unserem Turnaround,“ sagte Ritter dem „Handelsblatt“.
Lufthansa-Aktie legt leicht zu
Obwohl die Lufthansa-Aktie zuletzt schwächelte und auf Monatssicht ein Minus von einem Prozent verzeichnete, konnte sie am Dienstag einen Anstieg von über zwei Prozent verbuchen. Dieser Anstieg wurde durch optimistische Aussagen des Ryanair-Chefs Michael O’Leary begünstigt, der ein Ende der Flugpreisschwäche voraussagte. Diese Einschätzung führte auch bei der Ryanair-Aktie zu einem Anstieg von mehr als fünf Prozent und beflügelte die Lufthansa-Papiere um 2,1 Prozent.
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