Montag, Mai 11, 2026
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Klimawandel und Ernteausfälle

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Das Klima auf der Erde verändert sich, die Temperaturen steigen. Gerade in Osteuropa sorgen Hitze und Wassermangel für Ernteausfälle. Das verändert Lieferketten und beeinträchtigt die globale Nahrungsmittelversorgung.

Hitze und Dürre in Osteuropa

Der Sommer 2024 ist auch im Osten Europas heiß und trocken. In der Ukraine, einem der wichtigsten Mais-Exporteure der Welt, wurden im Juli Temperaturen jenseits der 38 Grad Celsius gemessen. Das ist auch in dieser Region mit generell kalten Wintern und trocken-heißen Sommern extrem.

Rumänien beklagt derzeit eine Dürre. Das östliche EU-Mitglied ist ein wichtiger Maislieferant in der Union. Im Sommer und Frühsommer sollten Insekten die Maispflanzen befruchten, doch das fiel weitgehend aus, weil „keine Biene bei diesen Temperaturen“ unterwegs sei, so Tetiana Adamenko von der Landwirtschaftsabteilung des ukrainischen Hydrometeorologischen Zentrums zu Bloomberg.com: „Vorläufig sieht es so aus, dass die Maisernte 20 – 30 Prozent niedriger ausfallen wird als erwartet.“

Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Hitze und Wassermangel führen auch dazu, dass sich weniger Körner bilden und die bereits ausgetriebenen Früchte schrumpfen. Der staatlichen rumänischen Nachrichtenagentur Agerpres sagte Landwirtschaftsminister Florin Barbu in einem Interview, die EU solle rumänische Bauern mit mehr als einer halben Milliarde Euro unterstützen. Diese beklagten Einbrüche auf über zwei Millionen Hektar Anbaufläche für Mais und Sonnenblumen.

Auswirkungen auf die EU

Deutschland bezieht seine Getreideimporte hauptsächlich aus Nachbarländern, die Mitglieder der EU sind. Die Ukraine liegt als einziges osteuropäisches Land und als Nicht-EU-Mitglied an vierter Stelle der Liste der Importeure.

Spanien am stärksten betroffen

Die geringere Maisernte in Rumänien hat Auswirkungen auf die Europäische Union. Auf Deutschland erst einmal nicht, dessen Importe vornehmlich aus anderen Ländern stammen. Besonders im Südwesten wird das spürbar, sagt Steffen Bach, Marktanalyst bei Kaack Terminhandel im norddeutschen Cloppenburg, zur DW: „Betroffen ist vor allem Spanien, das traditionell große Mengen am Schwarzen Meer kauft.“ Die Folge sei, dass „die EU mehr Mais importieren muss.“

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Das sei aber kein Grund zur Sorge und Versorgungsengpässe seien nicht zu befürchten, weil „das weltweite Maisangebot sehr groß ist.“ Zu sehen sei das auch an der CBOT in Chicago – das Chicago Board of Trade ist die älteste Terminbörse der Welt. Dort seien die Kurse für Mais „auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren gefallen und haben sich seitdem nur leicht erholt.“

Prognosen und aktuelle Lage

Stratégie Grains ist eine europäische Agentur, die unabhängige Geschäftsdaten für landwirtschaftliche Branchen liefert. Auch dort sieht man die unmittelbare Zukunft nicht als bedrohlich. Obwohl die rumänische Ernte 2024/2025 wohl um ein Viertel geringer ausfallen werde, hat Stratégie Grains seine Aussichten für die EU in ihrem jüngsten Report nur leicht abgewertet, heißt es bei Reuters.

Mais steht auf der deutschen Importliste generell nicht ganz oben. Wichtiger hier ist die Einfuhr von Weizen.

Wasserknappheit und Energieprobleme

Die hohen Temperaturen haben unter anderem in den EU-Staaten Rumänien und Bulgarien bereits Rekordhöhen erreicht – beide Länder verzeichneten den heißesten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, ebenso wie einige Städte in der Ukraine. In Bukarest werden in dieser Woche und der kommenden Woche Temperaturen von teils weit über 35 Grad vorhergesagt.

Diese Hitze verbrennt nicht nur die Feldfrüchte, sie führt auch zu Wassermangel. Das, so Energieminister Sebastian Burduja, gefährde dann nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Energieversorgung.

„Es ist nicht nur, dass die Niederschläge ausbleiben“, zitiert Bloomberg.com den Landwirt Marius Somesan aus dem rumänischen Teleorman, der Weizen, Gerste, Sonnenblumen und ein wenig Mais anbaut. Auch wenn er einen Meter tief grabe, fände er kein Wasser: „Alles trocknet aus. Die Pflanzen haben bereits alles aufgebraucht.“

Sicherheitsrisiko Schwarzes Meer

Die wichtigsten Exporteure im europäischen Osten, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine, sind für den Transport ihres Getreides auf den Seeweg angewiesen – und der führt hauptsächlich durch das Schwarze Meer. Dieser Seeweg ist aber seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine nicht mehr sicher.

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Diplomatische Bemühungen haben zur Einführung eines Schiffskorridors geführt, der weitgehend sicher sei, wie Analyst Bach sagt: „Seit knapp einem Jahr funktioniert der Schifffahrtskorridor ohne größere Probleme. Minen bleiben eine Gefahr, die die Reedereien in Kauf nehmen.“

Erheblicher seien die „höheren Frachtkosten und Versicherungsprämien“, so Bach. Die Gefahr einer weiteren militärischen Eskalation bestehe zwar weiterhin, aber die „Marktbeteiligen haben sich mit der Situation arrangiert und gehen davon aus, dass die ukrainischen Exporte über die Tiefwasserhäfen am Schwarzen Meer ohne größere Einschränkungen weiterlaufen werden.“

Trübe Aussichten

Auch am anderen Ende der Welt, am Panamakanal in Zentralamerika, gerät der internationale Warenverkehr immer wieder ins Straucheln – dort sind es Umwelteinflüsse. Militärische Gründe behindern weitgehend die Nutzung des Suezkanals. Zu diesen Einschränkungen kommen nun die osteuropäischen Exportschwierigkeiten.

Das, sowie die Ertragsausfälle auf dem Balkan, beim wichtigen Maisproduzenten Ungarn und der Ukraine sorgen nun für eine Verschiebung der Warenströme. „Der internationale Agrarhandel hat auf die befürchteten Einbußen reagiert und deutlich mehr Mais in den USA gekauft“, so der Kaack-Analyst Bach. „Aus den USA wurde in den ersten sechs Wochen des Wirtschaftsjahres mit 270.000 Tonnen bereits mehr als doppelt so viel Mais in die EU geliefert als in der gesamten Saison 2023/24.“

Für die EU und speziell für Deutschland, so Steffen Bach, bedeute die aktuelle Lage zweierlei: „Landwirte, die Körnermais produzieren, können mit steigenden Preisen rechnen. Tierhalter müssen sich darauf einstellen, dass die höheren Maispreise zu steigenden Futterpreisen führen.“ Die Preise für Mais würden auf jeden Fall steigen, doch mit Preissprüngen rechnet der Analyst nicht.

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Peter Meisner
Peter Meisner
Peter Meissner, 35 Jahre alt, ist freiberuflicher Online-Redakteur aus Hamburg. Er schreibt als Freelancer für zahlreiche Online-Magazine zu unterschiedlichen Themenbereichen. Durch seine Leidenschaft für das Reisen sammelt er weltweit Eindrücke und Inspirationen, die er in seine journalistische Arbeit einfließen lässt.

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