Donnerstag, April 2, 2026
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Wenn die Urlaubsreise zum Albtraum wird: Vermisste deutsche Urlauber im Ausland

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Die Urlaubsreise kann von einer Stunde zur anderen zu einer Horrortour werden. Jedes Jahr verschwinden deutsche Urlauber im Ausland spurlos. Sie fallen Verbrechen zum Opfer, erleiden Unfälle oder geraten in Katastrophen. Vermissten-Profi Peter Jamin erzählt von Schicksalen und gibt Tipps.

Dramatische Vermisstenfälle im Urlaub

Schicksale verschwundener Urlauber

  • Vermisst: Eine 19-jährige Urlauberin aus Süddeutschland verbrachte einen Abschiedsabend mit ihrer Freundin und einer Inselbekanntschaft auf Ibiza – danach wurde sie von Mädchenhändlern nach Afrika entführt und nie mehr gesehen.
  • Vermisst: Ein Rentner am Strand von Mallorca wollte nur im nächsten Shop eine Flasche Mineralwasser kaufen – und kehrte nie mehr zu seiner Ehefrau zurück.
  • Vermisst: Ein verliebtes Pärchen machte einen Tramper-Urlaub durch Australien und wurde erst nach vielen Monaten von der Polizei gefunden – ermordet von einem Serienkiller.

Dramatisches Ende eines Urlaubs

Von solchen schrecklichen Reiseerlebnissen wissen viele Deutsche seit Jahrzehnten zu berichten. Immer wieder verschwinden Reisende an ihren Urlaubsorten im Ausland. Für die Angehörigen beginnt dann eine zermürbende Zeit der Ungewissheit, mit vielen meist hilflosen, verzweifelten Bemühungen, ihre vermissten Lieben wiederzufinden.

Der Fall Lars Mittank

So verbrachte der 28-jährige Lars Mittank im Juli 2014 mit Freunden eine wunderbare Urlaubswoche in Varna, Bulgarien – doch der Sitz seines Rückflugs blieb leer. Nach einer Auseinandersetzung mit deutschen Fußballfans klagte Mittank am geplanten Abreisetag über Hörverlust und Ohrenschmerz. Ein Ohrenarzt diagnostizierte einen Trommelfellriss und riet dem Deutschen, den Heimflug nicht anzutreten, sondern ein Krankenhaus aufzusuchen.

An den nächsten Tagen geschahen mysteriöse Ereignisse. Mittank fühlte sich von Männern verfolgt und in seinem Hotel nicht mehr sicher. Er wechselte das Hotel, ließ seine Kreditkarte sperren und am Tag seines geplanten endgültigen Abflugs verschwand er spurlos. Bei einem Besuch beim Flughafenarzt betrat plötzlich ein unbekannter Mann die Praxis, vor dem Mittank in Panik flüchtete. Der junge Deutsche ist trotz Fahndung der bulgarischen Polizei, Interpol und des Bundeskriminalamtes bis heute spurlos verschwunden. Genau zehn Jahre nach seinem Verschwinden hoffen die Angehörigen noch immer auf ein Lebenszeichen.

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Peter Jamin: Experte für Vermisstenfälle

Peter Jamin ist ein vielseitiger Schriftsteller, Kolumnist und Publizist. Mit über 35 Büchern thematisiert er gesellschaftskritische Themen in Romanen, Artikeln und Kolumnen, stets auf Missstände aufmerksam machend. Früher Journalist und Redakteur bei der WAZ, ist er insbesondere als Experte für Vermisstenfälle bekannt, mit zahlreichen Publikationen und Medienauftritten. Jamin arbeitet zudem als Ghostwriter und berät ehrenamtlich Angehörige von Vermissten, womit er einen bedeutenden Beitrag leistet. Weitere Infos unter www.jamin.de.

Naturkatastrophen und andere Gefahren

Tsunami 2004: Ein tragisches Beispiel

Nicht immer fallen Urlauber im Ausland Verbrechen zum Opfer und verschwinden spurlos. Manchmal sind es auch Natur- oder andere Katastrophen, wie der Tsunami im Jahr 2004 in Südostasien. Die bis zu 15 Meter hohe Welle kostete mehr als 200.000 Menschen das Leben, darunter 534 Deutsche. Tausende Bundesbürger wurden damals als vermisst gemeldet – manche sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Sogar Bundeskanzler Helmut Kohl entkam in seinem Sri Lanka-Urlaub nur knapp dem Schicksal, einer dieser Vermissten zu werden.

ELEFAND: Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes

Für solche und andere Katastrophen hat das Auswärtige Amt von Ministerin Annalena Baerbock ein spezielles Alarmsystem für Urlauber wie auch für beruflich Reisende entwickelt. Das AA empfiehlt deutschen Staatsangehörigen, sich in die Krisenvorsorgeliste „ELEFAND“ einzutragen. Es gibt eine App gleichen Namens, in der man sich kostenlos anmelden kann, wenn man in den Urlaub fährt.

Hilfe im Krisenfall

Damit den Urlaubern bei aktuellen Krisen-, Kriegs- und Katastrophenfällen im Ausland geholfen werden kann, müssen das Auswärtige Amt und die zuständige Auslandsvertretung wissen, wer sich im betreffenden Land befindet und wie mit den Menschen in Kontakt getreten werden kann. In ELEFAND können Reisende ihre Kontaktdaten hinterlegen, sodass die zuständige Auslandsvertretung oder das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts die Personen schnellstmöglich kontaktieren können.

Erste-Hilfe-Tipps für Angehörige

Grundsätzlich sind neben den lokalen Behörden die deutschen Botschaften und Konsulate zuständig, wenn deutsche Urlauber plötzlich verschwinden. Angehörigen wird geraten, eine Vermisstenanzeige sowohl bei der Polizei im deutschen Wohnort der vermissten Person als auch bei der örtlichen Polizei im Urlaubsort aufzugeben.

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Hilfen bieten darüber hinaus die Mitarbeiter der Konsulate und Botschaften. Detaillierte Tipps gibt es auf der Website des AA unter den Stichworten „Auswärtiges Amt“ und „Vermisste“.

Sofortmaßnahmen bei vermissten Personen:

  1. Einen kühlen Kopf bewahren.
  2. Selbst suchen: Freunde, Bekannte und Hotelpersonal fragen.
  3. Den Ort aufsuchen, wo die vermisste Person zuletzt gesehen wurde.
  4. Die lokale Polizei informieren und darauf drängen, dass die Beamten aktiv werden.
  5. Verbündete suchen, die bei Behördengängen oder Suchmaßnahmen unterstützen.
  6. Lokale Medien informieren und um Veröffentlichung bitten.
  7. Vermissten-Flugblätter herstellen und verteilen.

Ein berühmter Fall: Maddie McCann

Am 3. Mai 2007 verschwand die dreijährige Madeleine (Maddie) McCann spurlos aus einer Hotelanlage in Praia da Luz, Portugal. Das Kind hatte im Ferienappartement geschlafen und wurde von dort von einem unbekannten Täter entführt, während die Eltern zum Essen in einem nahegelegenen Restaurant waren. Die Polizei in Portugal, England und Deutschland geht davon aus, dass das Mädchen einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

Ermittlungen und Belohnungen

Der 45-jährige Deutsche, der wegen einer anderen Strafsache in Haft sitzt, steht im Verdacht, Maddie entführt zu haben. Das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Braunschweig bitten um Mithilfe von Zeugen bei der Aufklärung der Tatumstände und haben eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Die Ungewissheit, nicht zu wissen, was vorgefallen ist, quält die Angehörigen von Vermissten. Letztlich wäre es eine Erlösung von großen Seelenqualen, wenn die Angehörigen ihr Kind in England begraben könnten.

Gemeinsam stark: Unterstützung für Angehörige

In solchen Fällen zeigt sich, wie sozial und gemeinnützig unsere Gesellschaft ist. Ich kann nur jedem Urlauber empfehlen, der Angehörigen von Vermissten begegnet, diesen bei der Organisation ihrer Suche und der Bewältigung von psychischen Problemen oder besonderen Belastungen zu helfen. Gemeinsam ist man stärker. Bei der nächsten Reise könnte man selbst betroffen und auf Hilfe angewiesen sein.

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